Paid Discovery: Ein konkretes Entscheidungs-Framework

​So starten Sie die Entwicklung Ihrer Software, ohne sich auf ein großes Budget festzulegen.

​Teil 1: Was ist eine bezahlte Discovery-Phase?

​Sie haben eine Produktidee oder möchten einen Geschäftsprozess verbessern. ​Sie wissen aber noch nicht genau, welche Funktionen die Software enthalten soll.

​Und natürlich müssen Sie ein festes Budget festlegen. ​Jeder liebt feste Budgets.

​Hier kommt der Kompromiss: Um das Budget schätzen zu können, verlangt eine Agentur möglicherweise detaillierte Spezifikationen. ​Deren Ausarbeitung erfordert jedoch Entscheidungen, für die Sie vielleicht noch nicht bereit sind.

​Die Alternative ist, die Entwicklung auf Aufwandsbasis (Time & Materials) zu beginnen. ​Das gibt Ihnen Flexibilität, lässt aber auch das Budget offen.

​Eine bezahlte Discovery-Phase bietet einen anderen Ausgangspunkt.

​Es handelt sich um ein kurzes, fokussiertes Projekt, das die wichtigsten Fragen beantworten soll, bevor Sie in die eigentliche Entwicklung investieren.

​Die Frage könnte lauten: Was sollten Sie zuerst bauen? ​Verstehen die Nutzer die Idee? ​Ist das Produkt technisch machbar? ​Welche Funktionen bringen dem Kunden den größen Nutzen?

​Teil 2: Was ist die richtige Frage?

​Beginnen Sie mit der größten Unsicherheit

​Der erste Schritt hängt davon ab, was Sie noch herausfinden müssen.

  • ​Wenn Sie unsicher sind, ob die Nutzer das Produkt verstehen:

​Erstellen Sie eine anklickbare Demo. ​Testen Sie den primären Benutzerfluss, ohne die eigentliche Software im Hintergrund zu bauen.

  • ​Wenn Sie sich unschlüssig sind, ob die Technologie funktioniert:

​Bauen Sie einen technischen Prototyp. ​Testen Sie die Integration, die Hardwareverbindung, den Algorithmus oder ein anderes kritisches technisches Element.

  • ​Wenn Sie bereits einen funktionalen Prototyp haben:

​Überprüfen Sie dessen Architektur, Sicherheit, Datenmodell und Wartbarkeit. ​Entscheiden Sie, was beibehalten werden kann und was neu aufgebaut werden muss, bevor es zu einem echten Produkt wird.

  • ​Wenn das Produkt klar ist, aber der Gesamtumfang zu groß:

​Definieren Sie die kleinstmögliche nutzbare Version (MVP). ​Schätzen Sie diese Phase ab, anstatt zu versuchen, die Kosten für das gesamte Produkt vorherzusagen.

​Teil 3: Die Ergebnisse

​Was sollte eine bezahlte Discovery-Phase liefern?

​Die Discovery-Phase sollte nicht mit einer Reihe von Meetings und einer Präsentation voller allgemeiner Empfehlungen enden.

​Je nach Fragestellung sollten Sie etwas Konkretes erhalten:

  • ​Einen klickbaren und testbaren User Flow, ​den Sie potenziellen Kunden zeigen können

  • ​Einen Nachweis der ​technischen Machbarkeit, ​der beweist, dass die Idee umsetzbar ist

  • ​Eine solide Architektur, ​die tatsächlich als Grundlage für die Schätzung und Entwicklung dienen kann

  • ​Einen klar definierten oder reduzierten Projektumfang und eine Schätzung ​für die nächste Phase

  • ​Eine klare Antwort auf die zu Beginn der Discovery definierte Frage

​Der letzte Punkt ist entscheidend.

​Manchmal ist die richtige Entscheidung nach dieser Phase weiterzumachen.
​Manchmal ist es, die Richtung zu ändern.
​Manchmal ist es aufzuhören.

​Dies frühzeitig herauszufinden, kann mehr Geld sparen, als direkt mit der Entwicklung zu beginnen.

​Teil 4: Ein praktisches Beispiel

Ein Cybersecurity-Startup kam mit einem durch Vibe Coding erstellten Prototyp zu uns. ​Die Gründer verfügten über technische Erfahrung, fundiertes Fachwissen und Zugang zu potenziellen Kunden. ​Sie hatten den Prototyp bereits genutzt, um mehrere User Flows und Funktionen zu validieren.

​Die technische Machbarkeit des Produkts war jedoch noch unklar. ​Bevor der Prototyp einem größeren Kreis potenzieller Kunden präsentiert werden sollte, wollte der Kunde wissen, ob sich die Idee in ein echtes Produkt umsetzen lässt.

​Wir prüften den Prototyp, definierten den minimalen Funktionsumfang und entwarfen eine passende Architektur.

​Am Ende der Discovery-Phase konnten wir bestätigen, dass das Produkt im definierten Rahmen technisch machbar ist. ​Der Kunde erhielt außerdem eine vorgeschlagene Architektur und eine klare technische Basis für den nächsten Schritt. ​Anschließend konnte er den Prototyp nutzen, um weiteres Marktfeedback einzuholen und herauszufinden, welche Funktionen am wichtigsten sind, bevor in die volle Entwicklung investiert wird.